Können Sie einschätzen, wie viele Patienten nach einer Prothesenversorgung am Kniegelenk noch Probleme haben?

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Dr. Wolfgang Klauser:

Können Sie einschätzen, wie viele Patienten nach einer Prothesenversorgung am Kniegelenk noch Probleme haben?

Großuntersuchungen haben gezeigt, dass etwas 20 % der Patienten nach einer solchen Operation über einen sichtlich längeren Zeitraum Probleme haben. Diese Probleme verschwinden, im allgemeinen liegt es daran, dass die Weichteile also die Muskeln und die Bänder teilweise noch nicht ausreichend beübt wurden, so dass sie also häufig verschwinden, wenn man nochmal Krankengymnastik durchführt, um die Weichteile zu kräftigen. Sie können aber in einem gewissen und sehr geringen Prozentsatz eben bestehen bleiben und das führt dazu, dass die Patienten gerne noch mal zu uns kommen und wir sie dann beraten müssen, welche Möglichkeiten es dort noch gibt. Eben z.B. Krankengymnastik oder Eigenübung insbesondere oder Kühlung, damit sich die Weichteile regenerieren können.
Das heißt die Patienten klagen auch häufig über ein gewisses Gefühl der Strammheit, Straffheit der Weichteile, über eine damit verbundene Einschränkung der Beweglichkeit und vielleicht kann auch noch mal eine gewisse Schwellneigung damit verbunden sein oder ein anfängliches Gefühl der Instabilität. Weil die Muskeln und auch die Bänder einfach noch nicht stabil genug sind, um den Patienten wieder voll zu tragen, aber das sollte mit Krankengymnastik sehr gut zu beheben sein.
Es gibt jedoch gewisse Restbeschwerden, die bestehen bleiben können, wenn auch nur in einem sehr geringen Prozentsatz, z.B. ein gewisses Risiko der Wetterfühligkeit, d.h. der Patient mit einem Kunstgelenk kann bemerken, dass das Wetter umschlägt und kann das vielleicht 1 oder 2 Tage vorher bereits ansagen, als dann ein gewisses Ziepen im Gelenk gibt. Das ist ähnlich wie bei einem Patienten mit einer Arthrose im Gelenk, der auch gerne
eine gewisse Wetterfühligkeit verspürt und dann auch 1-2 Tage vorher sagen kann, dass das Wetter sich verändert.
Das sind Dinge, die können wir relativ schwer beeinflussen, weil das Gelenk natürlich an sich einen gewissen Fremdkörper darstellt, an den der Körper sich gewöhnen muss.