Spondylose – Was ist das und was kann man dagegen tun? (Dr. Ralf Hempelmann)

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Dr. Ralf Hempelmann:

Eine Spondylose, also erst mal wieder zum Begriff, „ tor spondylon“ ist glaube ich richtig“ der Wirbel“ auf griechisch und eine „ose“ ist eine Erkrankung. Also das ist ein ganz unspezifischer allgemeiner Begriff, der mir erstmal als Arzt gar nicht hilft. Eine Spondylose ist irgendeine Wirbelkörpererkrankung. Wir reden jetzt über die degenerativen Erkrankung, also die verschleißbedingten Erkrankungen, wie z.B. Bandscheibenverschleiß oder Wirbelgelenkverschleiß. Wenn die Bandscheibe ihren Alterungsprozess aufweist und damit ihre Degeneration, Verschleißveränderungen, dann ändern sich notgedrungen auch die angrenzenden Wirbelkörper. Wo mehr Belastung auf Knochen ist, da arbeitet ein Knochen, da wächst er auch, da können bei diesen Belastungen angrenzend an die Wirbelkörper durch Bandscheibenverschleiß Wirbelkörper wachsen. Er bildet sogenannte Spondylophyten, das sind Knochenstrukturen, Knochenfortsätze, die vom Wirbelkörper ausgehen und diese können ganz groß werden, die können wie so ein Rabenschnabel nach vorn wachsen, sogar die Bandscheibe überbrücken und damit hat sich dieses Segment von selber gefestigt. Das alles kann man zusammenfassen als Spondylose, wenn sowas nach hinten Richtung Wirbelkanal geht, dann trägt das zu einer Nervenkanalverengung oder Wirbelkanalverengung bei, wie bei der erwähnten Stenose. Was wichtig ist zu erwähnen! Man liest solche Worte häufig in radiologischen Befunden und der Weg, den ich als Neurochirurg häufig kennenlerne und damit will ich niemanden kritisieren, Patienten kommen wegen Rückenschmerzen zu einem Arzt und nach einer gewissen Zeit, wenn der Schmerz nicht weggeht, dann wird ein MRT gemacht und Radiologen müssen das auch beschreiben. Und das machen sie auch sehr gründlich. Jetzt kommen diese Beschreibungen häufig zum Patienten selbst oder zum Hausarzt, der das den Patienten gibt. Wenn die Patienten das zu Hause lesen, bekommen sie einen fürchterlichen Schrecken, was da alles mit ihrer Wirbelsäule los ist, da ist alles
„ Spondylose und deformierende Veränderungen hier und da und mögliche Hinweise auf Instabilität“, sie lesen möglicherweise Romane über ihre Wirbelsäule und kommen dann mit dieser Angst zum Wirbelsäulentherapeuten oder eben auch Wirbelsäulenchirurgen, wie mir dem Neurochirurgen.
Und dann ist das erste, was man macht, diese Patienten zunächst mal zu beruhigen. Moment mal, ihre Schmerzen haben sie und ihre Wirbelsäulenveränderung haben sie auch, aber ob das eine direkt mit dem anderen im Zusammenhang steht, müssen wir erst einmal herausbekommen. Jeder Mensch meines Alters hat Wirbelsäulenverschleiß und würde man von mir, der vollkommen rückenschmerzfrei ist, ein MRT der Lendenwirbelsäule machen lassen, dann sähe ich alle möglichen Veränderungen und wenn ich das dann läse, würde ich mich erschrecken.
Wichtig ist für uns Ärzte herauszubekommen, was davon relevant ist. Das ist nicht wichtig für Radiologen, das ist nicht ihr Job, das ist aber unser Job. Als Kliniker herauszubekommen, was relevant ist und kann ich das, was ich Relevantes sehe therapieren und wie therapier ich das und sollte ich das operieren oder nicht. Das ist dann die Hauptfrage, mit der Patienten zu mir kommen und die ich dann ehrlich beantworten muss. Eine Spondylose im radiologischen Befund, sagt mir noch gar nichts, ich muss erst mal gucken, was hat der Patient überhaupt klinisch.